…ist der Titel eines Schulfernsehfilmes des SWR und einer Kampagne an unserer Schule.
Wir wurden vor knapp einem Jahr in das schulische Netzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (kurz BNE) aufgenommen und sind damit auch dem Gedanken von einer sozial gerechteren Welt und einem nachhaltigen, umweltfreundlichen Umgang mit der Natur verpflichtet. Leider hat der Handyboom mit Beidem nichts zu tun und trägt zur Ausbeutung von Menschen, zur Zerstörung von Lebensräumen seltener Tierarten und zur Verschmutzung der Umwelt bei. Was kann man tun, wenn man das eigentlich nicht will?
Die Fakten:
Laut Statistik besitzt jeder Deutsche mittlerweile vier Handys, alle zwei Jahre kommt ein Neues hinzu. Handys sind mittlerweile Wegwerfartikel, sie dienen mit immer neuen Tools überwiegend der puren Unterhaltung. Millionen davon lagern mittlerweile irgendwo ungenutzt, weil sie nach kurzer Zeit veraltet sind.
Die Produktion der Handys:
Für die Mikrochips in den Handys ist das Erz Coltan notwendig. Der zu großen Teilen im Kongo vollkommen unkontrolliert erfolgende Abbau dieses Erzes trägt zur Zerstörung der verbliebenen Lebensräume der letzten (ca. 350!) Berggorillas bei. Wenn alles so weitergeht, wird diese Tierart in den nächsten Jahren aussterben. Um Rohstoffe wie Coltan toben im Kongo seit Jahren kriegerische Konflikte mit bislang fast vier Millionen Todesopfern, damit ist dies der größte Krieg nach Ende des zweiten Weltkrieges.
Häufig werden die Handys in Fernost zu menschenunwürdigen Bedingungen und Hungerlöhnen montiert. Sie sollen ja auch bei uns nicht teuer sein! Die in vielen Fabriken weitgehend rechtlosen Arbeiter atmen bei der Montage oft giftige Gase ein und erkranken.
Die Entsorgung der Handys:
Da Handys ja sehr kurzlebig sind, wird der anfallende Elektronikschrott oft in ärmere Länder unter haarsträubenden, die Gesundheit und Umwelt gefährdenden Bedingungen entsorgt.
Das SWR-Schulfernsehen, die europaweite Kampagne „Make IT fair“, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) machen auf die negativen Folgen des Handybooms in unterschiedlicher Weise aufmerksam und weisen auf die Kehrseite unseres Konsums hin. Als „BNE-Schule“ greifen wir das Thema auf und bieten an:
Alte Handys für das Recycling in der Schule abgeben!
Wir sammeln in der Schule „alte“ Handys ein, damit diese ordnungsgemäß recycelt werden. Damit nicht genug: Für jedes eingesammelte Handy bekommen die Naturschutzvereine NABU und ZGF von den Recycling-Unternehmen etwa 2-3 € für Naturschutzprojekte gezahlt: In dem Projekt des NABU geht es um den Schutz der bedrohten Flusslandschaft „Unter Havel“, in dem Projekt der ZGF um den Schutz der letzten frei lebenden Gorillas. Die ZGF ist die einzige Organisation, die in dem lebensgefährlichen Gebiet noch etwas für den Schutz der Gorillas unternimmt.
Sich informieren, Film schauen!
Interessierten Lehrkräfte und Klassen steht der SWR-Schulfilm „Gnadenlos billig-der Handyboom und seine Folgen (Nr. 4683383) zur „Sensibilisierung“ zur Verfügung. Denn jeder muss sich selbst fragen, ob er oder sie wirklich ein neues Handy braucht oder nicht und welch ein Preis dafür andere Menschen und die Natur zahlen.