Eine außerunterrichtliche Veranstaltung, zu der alle Interessierte eingeladen sind. Besuchen Sie unsere Veranstaltung, hören Sie zu und diskutieren Sie mit!
Die Veranstaltung findet in unregelmäßigen Abständen statt; unsere Homepage hält Sie auf dem Laufenden.
Erstes Schulcampusgespräch:
Do. 27.08.2009 im Ziegeleimuseum Jockgrim, 19:00 Uhr.
Der großartige Reformpädagoge Otto Herz, bekannt durch die Bielefelder Laborschule, wird das erste Schulcampusgespräch eröffnen!
Zweites Schulcampusgespräch:
Do. 4.02.2010 im Ziegeleimuseum Jockgrim, 20 Uhr.
Der mehrfache Weltmeister und Olympiasieger Wojtek Czyz gibt sich die Ehre!
Weiteres hierzu im folgenden Bericht (siehe unten) und in den Pressemitteilungen.
Drittes Schulcampusgespräch:
Fr. 28.05.2010 im Ziegeleimuseum Jockgrim, 18.00 Uhr.
Bildungswissenschaftler Jürgen Baumert hält einen Vortrag zum Thema: "Schullust und Schulfrust - Zur Entwicklung der Lernmotivation und Schulfreude von Schülerinnen und Schülern". (Weiteres siehe unten.)
Viertes Schulcampusgespräch:
Mi. 24.11.2010 im Kulturhaus Neupotz, 19 Uhr.
Musiker und Extremsportler Joey Kelly zu Besuch an der IGS Rheinzabern und bei seinem Vortrag "No limits". (Weiteres siehe Bericht und Bilder.)
Fünftes Schulcampusgespräch:
Do. 31.03.2011 im Foyer der IGS/RS+ Rheinzabern, 18 Uhr.
Mitarbeiter von Geoscopia referieren über ihre Arbeit und zeigen einmalige Live-Satellitenaufnahmen. (Weitere Information hier.)
Sechstes Schulcampusgespräch:
Mi. 14.12.2011 gegen 18 Uhr im Bürgerhaus in Hatzenbühl: Heiner Geißler spricht.
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Zum 6. Mal hatte die IGS/RSplus Rheinzabern zu einem Schulcampusgespräch eingeladen, um prominente Stimmen zu Wort kommen zu lassen, die mitten in der Gesellschaft stehen. Unterm Weihnachtsbaum des Bürgerhauses Hatzenbühl sollte so mancher Impuls aufrütteln und den Anwesenden klar machen: Tut was, Ihr seid das Salz der Erde!
„Vor Ort“ waren schon die bekannten Pädagogik-Koryphäen, Professor Otto Herz und Jürgen Baumert, die beiden „Extremsportler“ und Motivationskünstler, Wojtek Czyz und Joey Kelly, sowie der „globale“ Umweltexperte von „Earthwatch“, Holger Vogt. Diesmal war ein politisches Urgestein eingeladen worden, einer der renommiertesten deutschen Politiker: Dr. Heiner Geißler, früherer Landes- und Bundesminister, CDU-Generalsekretär, Schlichter bei Tarifstreitigkeiten und zuletzt bei Stuttgart 21, bekannt für scharfen Verstand und deutliche Worte.
Heiner Geißler – passionierter Bergsteiger und Gleitschirmflieger - kann gut zuhören, und so schien die „Aufwärmphase“ in der neuen Mensa eher einem Beschnuppern der Akteure als einer Vorbereitung auf den Höhepunkt des Abends. Im Small Talk mit Schulleitung, Lehrern, Bürgermeistern und Elternvertretern gewann er ein Gespür für den Geist der IGS/RSplus. NaWi, BNE, COMENIUS waren Stichworte, mehr noch schien aber der selbst gebackene Kuchen und die Wirkung von Zucker für den Hochleistungssportler Geissler wichtig zu sein. Schien aber nur.
„Was bietet ihr an?“, wollte Geißler wissen. Sport hält er für sehr wichtig - auch und gerade wegen der geistigen Beweglichkeit. Mit Schulleiter Pete Allmanns „Roter Couch“ von war er nicht sofort einverstanden und „frozzelte“ von der „Muppets Show“, akzeptierte aber das „Schule einmal anders“. Die „Rote Couch“ ist mittlerweile ein Markenzeichen der IGS/RS+, weil dort regelmäßig auch Experten sitzen, die etwas zu sagen haben, die anregen, über den Teller hinaus zu schauen; die zeigen, dass Schule mit Gesellschaft eng korrespondiert.
Noch ein obligatorisches Foto mit dem neuen Wegweiser zum „Schulcampus“, dann ging es zum öffentlichen Vortrag ins Bürgerhaus Hatzenbühl, wo – trotz des Vorweihnachtstrubels – eine stattliche Zahl von Besuchern den bekannten Gast bereits erwarteten. Und hier lief Heiner Geißler zur Hochform auf – am Rednerpult versteht sich.
„Ou Topos“, heißt sein neuestes Buch, „Suche nach dem Ort, den es geben müsste“. Im Klappentext liest man: Wo finden wir das Glück? Bisher hat es niemand geschafft, das Himmelreich auf Erden zu erreichen. Glücklich zu sein – das scheint dem einzelnen manchmal möglich, allen zusammen aber unmöglich. Viele haben das Paradies daher ins Jenseits verschoben und die Menschen mit ihren Nöten allein gelassen. „Legen Sie dieses Buch neben ihr Bett, lesen Sie jeden Abend ein Kapitel – Sie werden merken, es wird sehr schnell mehr als nur ein Kapitel. Man möchte gar nicht mehr aufhören, schreibt die Kulturredakteurin Elke Heidenreich dazu.
„Ou Topos“ – Utopie meint den Ort, den es nicht gibt oder – so Geißler: „Den Ort, den es geben müsste!“ Der Titel stammt von Thomas Morus (1478-1535), dem englischen Staatsmann, der in seinem Werk Utopia den gerechten Staat beschrieb – mit Frieden, Gerechtigkeit, Menschenwürde, Religionsfreiheit – ein Gegenmodell zum Staat Heinrichs VIII. von England. Thomas Morus wurde 1935 heilig gesprochen – auch als Zeichen des Widerstandes gegen die totalitäre Herrschaft. Johannes Paul schließlich ernannte Thomas Morus zum Patron der Regierenden! Welch ein Auftrag.
„Es stimmt etwas nicht!“, meint Heiner Geißler, hier und in der Welt. Utopia müsste es im Interesse der Menschen geben, meint er, und erwähnt dabei Kriege, Fundamentalismus, Terrorismus, Ideologien, Hunger u.a.m. Er nennt auch Geldgier und mangelnden wirtschaftlichen Ethos. Dagegen kann nur die soziale Marktwirtschaft stehen – mit verantwortungsvollen Tarifpartnern – „Wohlstand für alle!“ (Ludwig Erhard) anstatt zu vieler prekärer Lebensschicksale.
Dagegen setzt er auch Bildung und Schule! Im Sinne der Aufklärung eines Immanuel Kant könne man gar nicht genug Bildung haben. Angesichts immer komplizierterer globalisierter Probleme sei auch eine Reform der Demokratie notwendig. Statt ungezügelter Megalomanie bedürfe es globaler Ordnungsrahmen im Sinne einer öko-sozialen Marktwirtschaft mit internationaler Börsenkontrolle.
Schließlich nennt er die politische Dimension des Evangeliums. Nächstenliebe sei eine „knallharte Pflicht“, keine Gefühlsduselei also, und Geißler verdeutlicht dies mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter, der, ohne nach Religion, Rang oder Herkunft zu fragen, Hilfe leistete. Das Helfen ist für Geissler die wichtigste Aufgabe der Politik.
Utopia heißt also auch, sich nicht mit den gegebenen Zuständen abzufinden, wie dies so mancher „Realpolitiker“ tut. Beiläufig erwähnt der Referent, dass viele große Utopisten umgebracht worden seien: Sokrates, Jesus, Johannes, Gandhi, Thomas Morus, Martin L. King...
Utopia – die Schule hat dafür eine wichtige Rolle zu leisten: Zeigen, dass man etwas verändern kann. Kreative Intelligenz ist notwendig. Bildung gegen Jugendarbeitslosigkeit setzen. Bildung heißt bessere Produkte, um international bestehen zu können. Dafür muss Schule ethische und soziale Verantwortung vermitteln, die Spielregeln der Demokratie lehren und einüben. Nicht das Abi allein sei ausschlaggebend fürs Leben, sondern was einer kann, ob er auch praktische und soziale Intelligenz hat, ob er kreative Intelligenz besitzt und aus der Flut des sich im Fünfjahresrhythmus verdoppelnden Wissens das Richtige auswählen kann.
„Die Pisa-Studie können Sie in der Pfeife rauchen!“, war ein provokanter Satz von Heiner Geißler. Und dabei wird ob dieses Begriffs seit Jahren die ganze Schullandschaft durcheinander gewirbelt. Man fragt zu viel nach kognitivem Wissen und zu wenig nach kreativer Intelligenz, meint Geissler.
Die Zeit vergeht wie im Fluge, lange anhaltender Beifall ist der Dank für einen beeindruckenden Vortrag. Dann nimmt der Gast doch noch Platz auf der „Roten Couch“ - um sich ins Gästebuch der IGS/RSplus einzutragen.
Text und Bilder: Gerhart Beil
Schaffung von Schulidentität –
S C H O O L - C A M P U S - T A L K S
Weites Feld Schule
Unsere 2009 neu gegründete IGS hier in Rheinzabern fungiert als SCHULCAMPUS. Als „Weites Feld Schule“ im ganz wörtlichen Sinn ebenso wie auch als Schulgelände mit der auslaufenden Real- und Hauptschule. Die Gesamtschule ist mit 594 Kindern (davon 170 Ganztagskindern) und 46 Lehrerinnen und Lehrern als IGS im dritten gemeinsamen Jahr am Start. Alleinstellungsmerkmale sind in der Region überlebensnotwendig in der Konkurrenz mit drei weiteren IGS in unmittelbarer Nähe im Kreis Germersheim. Eine gelingende Corporate Identity wiederum ist die Grundlage dessen.
Unsere Schulcampusgespräche (SCHOOL-CAMPUS-TALKS) legen einen wichtigen Grundstein für Miteinander und Inspiration. Grundsätzlich als Forum und Impuls von außen zur Stärkung des Innen.
Zusammenführung und Identitätsstiftung
Die Idee war geboren, als die neue Schule aus den Angeln gehoben wurde und ein Impulsgeber Zusammenführung und Identitätsstiftung garantieren sollte – so entwickelte sich der Gedanke : Ein Vortragender/eine professionelle Truppe von außen wird über Sponsoren an Land geholt, Verköstigung und Übernachtung werden sichergestellt und nach einem Anfangsimpuls sind alle im Boot : Die Eltern sind in der Kennenlernphase dabei und decken eine gemeinsame Kaffeetafel, das Kollegium und/oder die Schülerschaft (mitunter auch als GTS-Schwerpunkttag) erleben Impulsvorträge und –gespräche und gestalten das Abendessen/stellen die Übernachtung, den Transport. Und letztlich zum Höhepunkt, dem Abendvortrag, treffen sich interessierte Schul-Öffentlichkeit von außen und motivierte Schul-Familie von innen zum gemeinsamen Erleben und zum Austausch.
Otto Herz und Jürgen Baumert
Otto Herz machte den Anfang in unserer allerersten gemeinsamen Schulwoche : Mit seinem Charisma und seiner eloquenten Streitbarkeit schaffte er es, aus der Reserve zu locken und damit sehr effektiv zusammenzuführen. Erlebnisgewinn war gewährleistet durch einen gemeinsamen Ballonwettbewerb und gemeinsames Diskutieren. Wissensgewinn („Schule im Wandel“) war sichergestellt durch die vielen, schier unerschöpflichen Anregungen und Vergleiche. Mittlerweile ist das Ganze ein Selbstläufer geworden, wo die Ideen aus der Schulfamilie zusammengetragen werden und somit Impulse intrinsisch mitinitiiert und mitgestaltet, dadurch mitgetragen werden. Jürgen Baumert kam durch Kontakte aus den eigenen Reihen mit großem Interesse und großer Neugierde zu uns. Bei ihm gab es wieder eine interne Diskussionsphase (auf unsere Einladung hin mit allen uns umgebenden und beschickenden Grundschulkollegien) und dem abendlichen öffentlichen Vortragen und Diskutieren zum Thema Schüler-Entwicklung auf der Basis seiner großartigen umfangreichen Recherchen.
Resonanz und Sponsoren
„Herz : Schulcampusgespräche sind nur der Anfang“, „Baumert : Die richtige Schule am richtigen Standort“ titelten die Tageszeitungen. Über einen großen Sponsor aus der Region konnten sich auch die Ausnahmeathleten Woytek Czyz und Joey Kelly zu uns nach Rheinzabern auf den Weg machen. Beide begeisterten an den Nachmittagen besonders unsere Kinder in der Turnhalle; am Abend faszinierten beide in lebendigem Erzählen aus ihrer Biographie, initiierten sie Rührung und nachdenkliches Innehalten. Schließlich war auch während unserer ersten Nachhaltigkeitswoche das Aktionsbündnis Geoscopia/Earthwatch bei uns zu Gast. Sie vermittelten an mehreren Tagen im Unterricht durch ihre Live-Sattelitenübertragungen authentisches Wissen und Erfahren und übertrugen dies auch am Abend in unser Schulfoyer für die interessierte Schulöffentlichkeit.
Erkennungsmerkmal
Mittlerweile ein echtes Erkennungsmerkmal, weil Gesprächstthema an Stammtischen und in anderen Foren, wechseln wir mit den Veranstaltungsorten innerhalb unserer Verbandsgemeinde ab, um in unserem Einzugsgebiet im Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Wahrnehmung an verschiedenen Orten präsent zu sein und zu offenem Kommunizieren einzuladen. Die Resonanz und das Feedback sind mitunter überwältigend. Die Fülle und Breite der Themen spricht viele/alle an und generationenübergreifend sitzen wir beieinander. Auch die sich stets anschließenden öffentlichen Foren finden großen positiven Anklang. Immer wieder ist zu spüren und zu hören und zu lesen : „Das hat uns beeindruckt“, „Das hat mich beschäftigt“ oder gar „Das hat mich geprägt – ich nehme was mit“. Als willkommener und durchaus vorgesehener Spin-Off finden sich so im großen Rund stets neue Sponsoren und neue Inhalte und Impulse, ganz von selbst – und die Schule ist somit implizit und indirekt-direkt in aller Munde.
Pete Allmann, StD
Initiator und Schulleiter am Schulcampus Rheinzabern
Kontakt : allmann@igs-rheinzabern.de
Über den Lehrplan hinaus versteht sich die IGS/RS+ Rheinzabern dem Dekadenprojekt der Vereinten Nationen nach nachhaltiger Entwicklung verpflichtet. Dies zeigt sich an mehreren Projekten und Aktionsfeldern im Laufe des normalen Schulalltags. Dies wurde aber auch während der „Aktionswochen“ im März 2011 akzentuiert.
Im Rahmen des COMENIUS-Projektes zum Schwerpunkt Wasser würdigte die IGS/RS+ mit mehreren Projekten erstmals den alljährlichen Welt-Wassertag der UN am 22.März. Während wir mittlerweile überall Mineralwasser aus Plastikflaschen trinken, obwohl unser Leitungswasser beste Qualität zu niedrigem Preis anbietet, leiden weltweit Millionen von Menschen unter Wassermangel oder können nie im Leben gesundes Trinkwasser genießen. „Flaschenwahn statt Wasserhahn“, heißt dazu ein Film bei ARTE, der diesen Missstand treffen akzentuiert.
Da zugleich auch das UN-Jahr der Wälder aktuell ist, nahmen dies fünfte Klassen zum Anlass, zusammen mit Revierförster Rüdiger Sinn im Gemeindewald Rheinzabern junge Bäumchen zu pflanzen. Die zuvor dort bestehende Baumkultur war durch Engerlingfraß völlig zerstört worden. Eine Bekämpfung des Maikäfers mit Insektiziden lehnt der Gesetzgeber bisher (noch) ab.
Das Kieswerk der Fa. Holcim in Rheinzabern war Ziel einer weiteren Projektgruppe. Vor dem Hintergrund der Versorgung mit dem Rohstoff Kies gäbe es mehrere Ansätze des Nachdenkens über Nachhaltigkeit, aber auch über Konflikte des Kiesabbaus mit der Natur. Bemerkenswert: Im Werk Rheinzabern wird auf ökologische Weise „Rheingold“ gewonnen – im Gegensatz zum traditionellen Goldbergbau in Südafrika.
Neben einer Medienkonferenz und sportlichen Aktivitäten beteiligten sich die Kinder auch am „Aktionstag Saubere Landschaft“ des Landkreises Germersheim und beschäftigten sich zusammen mit dem Hausmeisterehepaar mit Fragen des Speiseangebots am Kiosk.
Schulleiter Peter Allmann studierte in einer offenen Singstunde drei neue Lieder zum Thema Wasser ein, die mittlerweile auch beim COMENIUS-Treffen in Litauen (1.-7.5.2011) intoniert wurden und für das Image des Projektes einen ganz wesentlichen Akzent setzen. „From the raindrop...“ fordert zum gemeinsamen Frieden auf, der wachsen soll, wie ein Strom aus vielen Wassertropfen erwächst. Der Kampf um Wasser ist heute schon längst evident und zwingt weltweit Millionen von Menschen zur Migration. Das Lied wird in mehrere Sprachen übersetzt werden, u.a. ins Finnische, Ungarische und Litauische! „Come on board“ fordert zum Mitmachen auf, „Find your way“ schließlich deutet eine gute Zukunft an. Sie fällt uns allerdings nicht in den Schoß, sondern wir müssen lebenslang daran arbeiten, unsere natürlichen Ressourcen bewahren oder wieder herstellen, vor allem auch im zwischenmenschlichen Bereich „nachhaltig“ zu leben. „Global denken – lokal handeln“, heißt ein solcher Leitspruch, und im Kleinen müssen wir beginnen, bei uns vor der Haustür.
Zum Abschluss der Aktionstage waren Eltern und Schüler zu einer abendlichen Assembly eingeladen worden, die in das 5. Campusgespräch mündete. Dabei wurde unsere globale Vernetzung verdeutlicht und gezeigt, dass jeder einzelne von uns etwas tun kann, ja muss, will man das „Ganze“ vor Schaden bewahren. „Impulse von Außen“ wünschte sich Schulleiter Allmann. Vom der Ad-hoc-Chor mit den neuen Wasser-Songs auf den Abend eingestimmt, überreichten dann Klassenvertreter - und auch Vertreter von Behörden - einen selbst gestalteten Dachziegel zur Erinnerung an die Aufgabe: „Wir bauen gemeinsam ein Haus des Lernens...“. Jede Klasse erläuterte dabei ihr gewähltes Bildmotiv.
„Handyboom und Gorillas im Kongo“ hieß ein Kurzvortrag von Marco Heid über die Möglichkeiten des Recyclings von Althandys und PCs, wobei es insbesondere auf die seltenen Metalle Coltan und Tantal ankommt. Diese Metalle werden im Kongo durch Raubbau und in Kinderarbeit gewonnen, wobei rücksichtslos der Lebensraum der letzten Gorillas zerstört wird. Die IGS/RS+ hält eine Althandy-Box bereit und hat zusammen mit dem NABU eine Aktion gestartet, wonach sie für jedes Handy 3 Euro bekommt. Der Erlös der Aktion wird zum Schutz der Natur verwendet werden.
Da zum Lernen mit allen Sinnen auch Zunge und Gaumen gehören, hatten Kinder der RS+ ein schmackhaftes Salatbüffet als „nachhaltigen“ Beitrag zum Abend präsentiert. Es diente als Unterlage für den folgenden Vortag des Ehrengastes Holger Voigt von der Organisation GEOSCOPIA Germanwatch aus Bochum. Geoscopia wirkt mit seiner „Klimaexpedition“ mit bei der Umweltbildung im Rahmen der UNO-Weltdekade „Nachhaltigkeit lernen“, die unter der Schirmherrschaft von Bundesforschungsministerin Dr. Anette Schavan steht. Holger Voigt zeigte live Satellitenbilder vom Blauen Planeten und ging auf Klimawandel und Umweltzerstörung ein. „Wald global, Wald lokal“ lautete dazu die passende Überschrift eines RHEINPFALZ-Artikels. Es ist zu wünschen, dass von den Aktionswochen und dem 5. Campusgespräch möglichst viele Impulse ausgehen, denn immer mehr Menschen müssen zur Erkenntnis kommen: Ich muss bei mir anfangen. Die IGS/RS+ will auf diesem Weg weiter arbeiten.
Am 24.11.2010 besuchte Joey Kelly die Schüler der IGS Rheinzabern auf dem Schulcampus und kam mit ihnen in der Sporthalle ins Gespräch. Einige der jüngeren kannten tatsächlich die Kelly Family, mit der Joey langjährig erfolgreich gesungen hat.
Doch Joey Kelly war nicht nur gekommen, um über seine Gesangskarriere zu sprechen, sondern auch allgemein von Zielen und dem eisernen Willen, diese zu erreichen. Den meisten Schülern ist er vermutlich ohnehin besser als erfolgreicher Gegner bei medienwirksamen Sportevents von Stefan Raab bekannt, in denen er seinen Siegeswillen schon mehrfach eindrucksvoll demonstriert hat: Wok-WM, Turmspringen, Eisball, Schlag den Star usw.
In sportlicher Hinsicht konnte er indes weitere Beispiele geben, die im Bereich des Extremsports anzusiedeln sind. Unter anderem hat er 8 Ironman-Wettbewerbe in einem Jahr absolviert, was den Weltrekord für einen Triathleten darstellt.
Zeit für Schülerfragen blieb auch; geduldig nahm sich Joey Kelly die Zeit, diese zu beantworten und gab außerdem noch fleißig Autogramme (alle vor Ort handgeschrieben!) und CDs aus.
Für unsere Schüler, die eine IGS mit dem Schwerpunkt Sport und Gesundheit besuchen, war das ein Weltstar ohne Starallüren, ein Sportler zum Anfassen eben!
Bei der Abendveranstaltung im Kulturhaus Neupotz wurde das rote Sofa der IGS Rheinzabern eingeweiht, das künftig alle Schulcampusgespräche begleiten wird.
Nach der Begrüßung durch StD Pete Allmann moderierte der Schülersprecher Marc Nehlig den Star an, der das Trio auf der Couch komplettierte.
Nach der Einführungsrunde startete dann Joey Kelly seinen Vortrag „No limits“, den er mit sorgsam ausgewähltem Bild- und Tonmaterial unterlegte. Nach einer kurzweiligen Reise durch die (Erfolgs-)Geschichte der Kelly Family mit deren Anfang und Aufstieg, schwenkte er zu seinem Sportlerleben, in dem er mindestens genauso erfolgreich war und bis heute ist. Unglaublich, dass er selbst auf dem musikalischen Höhepunkt noch Zeit zur Vorbereitung seiner Wettkämpfe gefunden hat! Joey Kelly löste das Rätsel selbst: Er trainierte häufig nachts, oft noch nach den Konzerten, um sich in Form zu bringen.
„Gib 10, nimm 1!“, das Lebensmotto der Kellys, unterstrich auch hier die Härte, Disziplin und Leidenschaft, mit der Joey Kelly ein Ziel in Angriff nahm und immer noch nimmt. (Gib 10: Gib alles.) Gleichzeitig stellt es Erfolg nicht als Zufallsprodukt dar, sondern als zeitlich nicht klar vorhersehbares Ereignis, das aber eintreten wird (nimm 1).
An zahlreichen Beispielen führte Joey Kelly aus, welche Strapazen er alles gebend ausgestanden hat, um sein Ziel –manchmal das bloße Ankommen im Ziel- zu erreichen.
Auch wir hatten an diesem Abend das Gefühl, dass Joey Kelly alles gegeben hat, und sind dankbar für die Erfahrungsberichte eines höchst sympathischen Menschen.
In diesem Sinne wünschen wir euch mit Joey Kelly,
dass ihr eure gesteckten Ziele mit Eifer, Leidenschaft und Glauben an euch selbst verfolgt, um sie (möglichst zeitnah) zu erreichen.
Bericht und Bilder: Andreas Weber
Weiterführender Link:
http://www.joeykelly.de/
„De Joey Kelly kummt...“,... „bestimmt esch de Raab ach debei...“, „ich kenn den vun RTL...“, „... und ich vun Pro siwe...“ So oder ähnlich mögen die Dialoge der Kinder gewesen sein, als sie sich in der Sporthalle versammelten. Man kennt ihn vom Fernsehen, wo er im Rampenlicht der Scheinwerfer steht, geschminkt, gewähltes Outfit, alles schaut hin. Ein Tross von Eltern und Schulleiter begleitete ihn. Das muss er sein, auf der Straße hätte man ihn nicht erkannt.
Wenige Girlies hatten sich schon schminken wollen, doch es ging ja nicht zu einer Boy Band. Was also anziehen? War eigentlich egal, denn ein schmächtiger, unscheinbarer Mann von 38 Jahren betrat die Sporthalle, wo sich die Ganztagsschüler artig im Halbkreis versammelt hatten. Ein Star wurde erwartet, doch es kam ein Mensch, im Trainingsanzug mit Reflexstreifen, das blonde Haar zu einem Zopf gebunden. So könnte man den Auftritt von Joey Kelly vor Schülern der IGS/RS+ am 24.11.2010 beschreiben.
Nichts war ’s mit dem Raab, der trainiert gerade vom 12 Meter-Brett fürs nächste TV total, verriet Joey Kelly, dabei die Schüler der Ganztagsschule mit ihren großen Augen abtastend und beobachtend.
Eigentlich bräuchte er nicht mehr arbeiten, denn die legendäre Gesangsgruppe der Kelly Family beherrschte lange Zeit die internationalen Hitparaden und brachte es zu unzähligen Platin-Scheiben. Doch dank einer Wette mit seiner Schwester kam er zum Sport. Fußball natürlich. Im April war er schon mal auf Stippvisite in Rheinzabern, um bei einem Benefizspiel zu Ehren von Kurt Schuschu mitzuwirken. Nein Fußball ist nicht gerade seine Stärke.
Heute gilt er als der „Popstar mit dem längsten Atem“. Der Sport veränderte sein Leben völlig. Joey Kelly erzielt permanent Höchstleistungen, er ist ein Extremsportler. Triathlon, Marathon, Ironman auf Hawaii, durchs Tal des Todes bei über 50° C !, zu den Alpengipfeln, Mountainbike-Marathons – da fühlt er sich wohl, wie ein Fisch im Wasser. Jüngster Erfolg: Beim RTL-Spendenmarathon für Kinder stellte er einen Weltrekord im Hochseilmarathon auf, indem er mit einer Balancierstange von 8 kg in schwindelnder Höhe in 24 Stunden 15 km und 686 m zurücklegte. Reif für das Guinness-Buch der Rekorde. Trainiert dafür hatte er seit Frühjahr in seinem Garten. Namen von Prominenten werden genannt, die Fernseh-Kids nicken zustimmend – wir haben ja Medienkompetenz. So weiß man auch bescheid über TV Total, WOK-WM und andere Jux-Rekorde mit sportlichen Höchstleistungen. Ende Dezember ist er dann beim Wettlauf zum Südpol dabei. Man hört zeitweilig eine Stecknadel fallen. Vorsichtige Fragen werden gestellt. Die Faszination ist greifbar, gerade weil der Bursche so zierlich ist. Aber zäh bestimmt. Und auch mit dem Kochlöffel versteht er umzugehen, der Künstler, Sportler, Manager und Familienvater aus Siegburg bei Köln.
Er kommt auf seine Familie zu sprechen, eine Großfamilie irischer Abstammung und jahrelang in Europa unterwegs, 12 Kinder waren sie, eine „arme Familie“, meint er. Bei einer Romreise war der Familie alles Bargeld gestohlen worden, so dass sie auf der Straße singen mussten. So fing es an. Der Erfolg wurde ihm nicht in die Wiege gelegt, sicher aber Eigenschaften, um im Leben zu bestehen. Heute verkauft Joey Kelly Vorträge. „Buchen Sie einen Vortrag von Joey Kelly“, „No Limits“, heißt es auf seiner Homepage. J. Kelly spricht zum Thema „Wie schaffe ich mein Ziel“ ! „Du musst Dir ein Ziel setzen, und dann musst Du einfach anfangen. Wenn es mal einen Rückschlag gibt, egal: Du glaubst an Dein Ziel und machst einfach weiter.“
Energie und Willenskraft also, doch dies gilt nicht nur für den Extremsportler, sondern im Alltag, schon mit kleinen Dingen: Gedicht lernen, Hefte führen, Aufgaben erledigen, Einmaleins auswendig lernen, Mama zur Hand gehen...
Natürlich braucht man auch Talent, denn „aus emme Krabb machscht kä Nachtigall!“, sagt der Pfälzer. Aber oft steckt viel mehr in uns drin als wir ahnen. Und so heißt auch eine bewährte pädagogische Regel „Fördern durch Fordern“. „Wer rastet, der rostet“. Auch Disziplin gehört dazu und ausgeschlafen sein, regelmäßig essen, pünktliche Erledigung der Aufträge, korrekter Umgang mit den Klassenkameraden und –innen. Auch Nein sagen zu Ablenkung vom rechten Weg.
Die Zeit verging wie im Fluge, und so mancher Papa wurde noch vom TV-Fußballabend abgehalten, weil sein begeisterter Filius heim kam und rief: „Do missener heit Owend unbedingt hie!“. Bis zum 4. Schulcampusgespräch im Bürgerhaus Neupotz stärkte sich Joey Kelly bei einer typischen Fischplatte in der „Pfalz“. Schließlich sollten ja auch die Erwachsenen Ideen und Anregungen bekommen für den Umgang mit ihrem Kind – aber auch für den eigenen Alltag.
Bericht und Bilder: Gerhard Beil

DRITTES SCHULCAMPUSGESPRÄCH am Freitag, dem 28.05.2010
Der führende deutsche Bildungswissenschaftler Jürgen Baumert, der vor allem durch seine maßgeblichen Beiträge zur PISA - Studie bekannt wurde, ist...
...zu Gast im offenen Foyer am Schulcampus Rheinzabern (14-16 Uhr) zur sinnstiftenden Begegnung mit Kolleginnen und Kollegen aller Schulen in der Verbandsgemeinde Jockgrim.
" Schulleitung, Personalentwicklung und Schulqualität"
... zu Gast im Ziegeleimuseum Jockgrim (18 - 20 Uhr) zum dritten "Rheinzaberner Schulcampusgespräch" - öffentliche Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde.
"Schullust und Schulfrust - Zur Entwicklung der Lernmotivation und Schulfreude von Schülerinnen und Schülern."
Aus... "DIE SCHULEN WURDEN LANGE IN RUHE GELASSEN" // " Unsere Schulen sind im Durchschnitt nur Mittelmaß, sie sind sozial ungerechter, als sie sein könnten und bringen eine große Gruppe an Bildungsverlierern hervor" "Lehrer leisten eine qualifizierte Arbeit; aber ständige Qualifizierung gehört zum Beruf" "Viele Aufgaben wurden vernünftigerweise an die einzelne Schule verlagert, aber ohne die Infrastruktur anzupassen - als ob Bildung nichts kostet" "Die Reformen stehen ja noch am Anfang - die Wirkungen können noch gar nicht anders sein als bescheiden" "Entscheidend ist für mich der Mentalitätswandel" "Bloße Strukturveränderungen ohne Verbesserung des Unterrichts und Änderung der Lehrerbildung bewirken wenig" "Wir haben viele exzellente Schulen und müssen den Vergleich nicht scheuen (...) aber die Streuung ist groß" "Keine einzelne Reform (ist die wichtigste), sondern die Konzentration darauf, den Schwächsten der nachwachsenden Generation jenes Mittelmaß an Bildung zu vermitteln, dessen sie für eine gesellschaftliche Teilhabe bedürfen"
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Zum Rheinpfalzartikel über das dritte Schulcampusgespräch: hier klicken
Von Gerhard Beil
Es war schon ein denkwürdiger Augenblick, der sich am 4.2.2010 ereignete. Im Rahmen des 2. Campusgesprächs weilte der mehrfache Goldmedaillengewinner Wojtek Czyz für einige Stunden unter Schülern und Eltern. Der „Goldjunge“ sollte tiefe Eindrücke hinterlassen.
Aus dem Traum aufgewacht
Da kommt ein sympathischer und bescheidener junger Mann, ganz ohne irgendwelche Starallüren. Gescheit. Und er ist durch eine besondere Schule des Lebens gegangen. Ja, er will Mut machen, denn der vom Schicksal so sehr gebeutelte junge Sportler ist ein Musterbeispiel dafür, dass man nicht so einfach aufstecken soll. Dies gilt aber für alle, die ähnlich wie Wojtek Czyz Schicksalsschläge hinnehmen mussten. Fußballspieler war sein Traum, und er schien auch wahr zu werden. Doch dann kam der 15.9.2001. Ein schwarzer Tag für den damals 21-jährigen jungen Stürmer. Es kam zum Zusammenstoß mit einem Torwart, und als der junge Wojtek aufwachte, war sein Traum vorbei. Eine notwendige Operation war aufgeschoben worden. Amputation. Czyz hatte jedoch Glück im Unglück, denn dank des Sports fand er neue Herausforderungen, die ihn zu Höchstleistungen führten und ihm gleichzeitig Anerkennung brachten.
Die Prothese
Gut 60 Schüler und einige Lehrer waren am Nachmittag gekommen, um zu lauschen und viele unbeschwerte Fragen zu stellen. Aber im Grunde konzentrierte sich alles auf den Peak: Wie sieht so ein amputiertes Bein samt Prothese aus? Wojtek Czyz krempelt das linke Hosenbein hoch und zeigt ein Hightech-Gerät, sein künstliches Kniegelenk mit dem Unterschenkel. Mit ihm kann er relativ gut gehen, weil Sensoren die Schrittbewegungen seines rechten Beines registrieren und seine Prothese entsprechend steuern. Berührung mit gehandicapten Menschen sei ganz wichtig, meinte Wojtek Czyz. Schnell könne man selber in einer Notlage geraten. „Zweibeiner“, so nennt man im Kreis der Beinamputierten die „Normalen“, haben oft Berührungsängste mit Behinderten und können sich eben ein Handicap nicht vorstellen. Und man sieht bei Wojtek Czyz, dass es beim Menschen vor allem darauf ankommt, was er ist. Leider schauen viele allzu gerne bloß auf die äußere Verpackung.
Der Turbo
Und dann geht es an den „Turbo“, die Sportprothese, mit der Wojtek Czyz schon fast so alles an Goldmedaillen holte, was möglich ist. Er holt sein „künstliches Rennbein“ aus der Ecke und lässt es durch die Reihen gehen. Etwas seltsam wird einem schon dabei. Karbonfaser heißt das Wundermaterial. Leicht ist sie, leichter als ein echtes Bein, sie sitzt perfekt und lässt ihn schneller laufen und weiter springen als seine sportlichen Gegner. Seine Erfolge sind schon fast Legende: Mehrfacher Paralympics-Olympiasieger, Welt- und Europameister. Sport hat ihn aus seinem Tief gerettet. Deshalb schwärmt der Leichtathlet und Sportstudent an der Sporthochschule Köln natürlich auch vom Schulsport, der ganz wichtig ist für die Schulung der Koordination, aber auch zur Förderung des Umgangs mit anderen und der so viel beschworenen sozialen Kompetenz.
Empathie und Charisma
Der Mann macht wirklich Mut, nicht gleich den Kopf in den Sand zu stecken. Dies gilt aber nicht bloß für den Sport, sondern auch für das lernen, ja, für viele Situationen im Leben. Optimistisch ist auch die Losung Wojteks auf seiner Autogrammkarte, die er dutzendfach signiert: „Denke nicht an das, was du warst, sondern an das, was du bist und zu sein dich sehnst“. Anders gesagt: “Schaue nach vorne und mache das Beste aus deinem Leben!“ Er hat es gemeistert und ist ein Vorbild. Und wie brachte Schulleiter Pete Allmann sein Resümee auf den Punkt? „Der Mann ist Empathie- und Charisma pur. Ein echter Impulsgeber“. So habe er sich die Campus Gespräche vorgestellt. Und gewiss wird auch dieses Campus Gespräch wieder den Geist der Schule positiv beeinflussen. Wojtek Czyz jedenfalls ist ganz herzlich zu danken. Die ganze Schulgemeinschaft wünscht ihm alles Gute für seine Zukunft, insbesondere viel
Erfolg bei seinem nächsten großen Ziel: London 2012. Unsere Bilder (Beil und Czyz) zeigen den sympathischen Sportler zusammen mit Schulleiter Allmann in full action (Quelle: Eigene Autogrammkarte), beim Signieren von Autogrammen sowie Szenen während des Vortrags.
Steckbrief Wojtek CZYZ
* 30.7.1980
Größe: 1,78 m
Gewicht: 70 kg
Beruf: Sportstudent
Vereine: 1. FCK und LT DSHS Köln
Disziplinen: Weitsprung und Sprint
Erfolge:
Paralympics Athen 2004 - Gold über 100 m, 200 m und Weitsprung
Europameisterschaften 2005 - Gold über 100 m, 200 m und Weitsprung
Weltmeisterschaften 2006 - Gold über 100 m, 200 m und Weitsprung
Paralympics Peking 2008 - Gold im Weitsprung 6,50 m
Zum Rheinpfalzartikel über das zweite Schulcampusgespräch: hier klicken
Im Internet: www.wojtekczyz.de

Prominenter Referent beim ersten Schulcampusgespräch der IGS Rheinzabern war der bekannte Reformpädagoge Otto Herz. Nachdem er dem Kollegium der IGS und RS+ Rheinzabern an zwei Halbtagen zur Verfügung stand, visionäre Ansätze zum Weiterentwickeln und reformpädagogische Erfahrungswerte bot, stand er auch Pate für den Ballonwettbewerb der Klassenstufe 5. Abends ging es dann ins Ziegeleimuseum nach Jockgrim. Diese Veranstaltung stand der ganzen Schulcampusfamilie offen, die dem Vortrag begeistert lauschte. Da war vom noch nicht entdeckten Gymnasialgen die Rede, ein wenig vom ABC der guten Schule und von Lernprozessen in der Schule. Die Pädagogen sollten sich dabei weniger als Stoffvermittler, sondern mehr als Helfer beim möglichst selbstbestimmten Lernen der Schüler verstehen. Dabei wäre den Schülern beispielsweise ein Tableau, also ein breitgefächertes Angebot, zu einem Thema anzubieten, aus dem diese dann ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechend auswählen könnten.
Zwei Antworten des Reformpädagogen Otto Herz sind für die neue IGS Rheinzabern wegweisend:
Welche pädagogische Reform schätzen Sie besonders?
"Die Schule ohne Aussonderung. Die Schule für die Gesamtheit: die Gesamtschule."
Was bedeutet Schule für Sie?
"Die Herausforderung, nicht die Menschen an deren System anzupassen, sondern das System mit den Menschen und für sie zu entwickeln."
Einige wenige Stationen im reichen (Bildungs-)Leben des Otto Herz‘:
*1944 | Weinheim/Bergstraße |
Besuch der Odenwaldschule, Abitur, Studium | |
1970 bis 1980 | Mitarbeiter in der Universität Bielefeld. Beteiligung am Aufbau der Laborschule Bielefeld und des Oberstufen-Kollegs |
1980 bis 1982 | Bundesvorsitzender der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule (GGG), Mitarbeiter am Institut für Interkulturelle Erziehung und Bildung, Freie Universität Berlin |
1987 | Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, Soest/NRW, tätig für das Projekt “Gestaltung des Schullebens und Öffnung von Schule” (GÖS), für COMED e.V. |
Seit 1997 | freiberuflich tätig |
27.08.2009 | Eröffnung der Schulcampusgespräche an der IGS Rheinzabern |
Otto Herz bei den Schulcampusgesprächen: Pressebericht
Mehr über Otto Herz auf dessen Homepage: www.otto-herz.de
Ein neueres, mehrseitiges Interview (17.02.2010) finden Sie hier: BR online