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zum NEWSarchiv / 01.04.2019: Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof

 

Die Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 besuchten am 1. April 2019 zusammen mit ihren Tutoren das ehemalige Konzentrationslager Struthof bei Natzweiler im Elsass, von 1941 bis 1944 ein sogenanntes Straf- und Arbeitslager, in das vor allem Widerstandskämpfer aus ganz Europa deportiert wurden. Ursprünglich war es zum Abbau des dort vorkommenden seltenen rosa Granits angelegt worden. Seit 1960 ist das ehemalige Konzentrationslager nationale Gedenkstätte.

Nachdem die Themen Nationalsozialismus und Holocaust im Unterricht ausführlich, auch anhand von Referaten, behandelt worden waren, verlasen die Schüler im Lager an verschiedenen Orten (wie etwa dem Appellplatz, vor dem Galgen oder im Zellenblock) Originalberichte des ehemaligen niederländischen Lagerinsassen Floris Bertold Bakels, der aufgrund seines Engagements im Widerstand gegen die nationalsozialistischen Besatzer als so genannter „Nacht-und-Nebel-Häftling“ über eineinhalb Jahre im KZ Natzweiler-Struthof verbringen musste. Diese Art von Häftlingen musste „in Nacht und Nebel“ verschwinden. Die Nationalsozialisten gaben über ihr Schicksal keinerlei Informationen mehr an die Außenwelt preis.

Die Berichte, die Bakels unter diesen Umständen schrieb, vermittelten den Schülerinnen und Schülern einen intensiven Einblick in die damals dort herrschenden grausamen und menschenverachtenden Zustände. Vor allem der Anblick des Verbrennungsofens im Krematorium und des Seziertisches, auf dem damals medizinische Experimente durchgeführt wurden, erschütterte die Schüler sehr.
Den Abschluss bildete der Besuch des in einer ehemaligen Häftlingsbaracke untergebrachten Museums, in dem unter anderem Gegenstände aus dem Alltag der Häftlinge (z. B. Bekleidung) ausgestellt sind. Anhand alter Fotografien dort konnten sich die Schüler noch besser vorstellen, wie das Lager zur damaligen Zeit aussah.

Durch die Konfrontation mit einem der Schreckensorte der NS-Zeit sollen die Jugendlichen für die Folgen von Menschenverachtung und Hass sensibilisiert werden. Es wurde deutlich, wie notwendig und unabdingbar es ist, die Erinnerung an die unvorstellbaren Verbrechen der NS-Zeit lebendig zu halten und sich heute für ein friedliches Miteinander ohne Vorurteile und für unser demokratisches System einzusetzen.

Bildnachweise: Erik Jäger, 9d




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